Starten - Steuern - Landen
Zunächst muss ich zugeben, dass der Begriff
Starten - Steuern - Landen
halb gestohlen ist (und ich habe nicht einmal ein schlechtes Gewissen :).
Es gibt einen Lehrfilm, der diesen Namen trägt und die Techniken dieses Themas sehr gut darstellt.
Starten
Beim Starten ist vor allem wichtig, dass der Pilot seine Leinen gut sortiert um einen Verhänger
beim Start zu vermeiden. Man sollte sich vor dem Start immer erst über Verordnungen
der Startplätze usw. informieren. Das kann man meistens bei Flugschulen oder einheimischen Fliegern.
- Starten allgemein
Angebremst wird beim Start immer, wenn der Schirm sich über dem Piloten befindet,
sonst fällt der Schirm vornüber auf die Kappe,
außerdem muss der Pilot deutslich schneller rennen, wenn der Schirm nicht abgebremst wird.
Bei wenig Wind läuft er schnell, bei viel Wind langsam,
weil sonst der Schirm zu schnell über den Piloten schießt.
Ist der Hang steil, so muss der Pilot früher und viel stärker anbremsen,
da der Schirm beim Start schon erheblich höher liegt.
- Checkpunkte
Direkt vor dem Start müssen folgende 5 Checkpunkte immer durchgegangen werden,
damit einem sicheren Start nichts mehr im Wege ist.
- Helm und Schnallen geschlossen
- Karabiner richtig eingehängt
- Leinen sind sortiert
- Wetter noch genauso beständig wie zuvor
- gute Windrichtung/freier Luftraum
- Vorwärts-Start
Beim Vorwärtsstart liegt der Schirm ausgebreitet hinter dem Piloten.
Dieser schaut den Hang hinunter in Startrichtung.
Nachdem die 5 Checkpunkte durchgegangen wurde, läuft der Pilot los.
Nachdem der Schirm über dem Piloten angekommen ist, bremst der ilot dosiert,
sodass der Schirm nicht überschießt, aber auch nicht wieder nach hinten fällt und macht
den Kontrollblick.
Der Kontrollblick erfolgt noch vor dem abheben, damit ein sicherer Startabbruch
gewährleistet ist.
Dann, wenn alles ok ist, heißt es Bremsen locker und abheben!
An den A-Leinen aufziehen...
...und nach Kontrollblick mit Vorlage und Speed rennen!
- Rückwärts-Start
Der Rückwärtsstart empfiehlt sich eher bei stärkerem Wind.
Leider sieht man immer wieder Piloten (die u. U. keine schlechten Flieger sind),
die so oft (vielleicht aus coolness) rückwärts gestartet sind,
dass sie es vorwärts gar nicht mehr probieren und oft andere aufhalten,
die bei den schwachen Windbedingungen vorwärtst vielleicht keine Probleme hätten.
Vorteil des Rückwärtsstarts ist, dass der Pilot seine Kappe aufsteigen sieht
und Verhänger sofort erkennt. Natürlich sieht es auch lässig aus,
wenn man einfach dastehen kann und mit seinem Schirm spielt bevor man losfliegt.
Das funktioniert aber nur bei ausreichendem Wind.
Außerdem muss der Rückwärtsstart gelernt sein, falsches ausdrehen kann zu
unangenehmen Situationen führen.
Bei genug Wind aufziehen...
...und dann abheben...
Steuern
Gesteuert wird mit den Stuerleinen. Durch ziehen an den Steuerleinen wird der Anstellwinkel
der jeweiligen Flügelhälfte größer.
Wenn zum Beispiel die linke Seite heruntergezogen wird, trifft mehr Luft an dem Flügelteil auf.
Links wird der Flügel dann langsamer, rechts schneller.
Beim Steuern kann man einiges falsch machen, deswegen muss man sich vorher klar machen,
was man dort überhaupt tut.
Durch unkontrolliertes oder grobmotorisches Fliegen können Unfälle passieren.
Wenn der Pilot z. B. beide Steuerleinen zu tief hinunterzieht, wird der Schirm so langsam,
dass ein Strömungsabriss folgt. Der Schirm kippt nach hinten und wenn der Pilot vor lauter Schreck
auf einmal loslässt, schießt der Schirm schlimmstenfalls soweit nach vorn,
dass der Pilot in diesen hineinfallen könnte.
Wenn der Pilot sich nicht darüber im Klaren ist, wie sein Schirm funktioniert kann man leicht in
ungewollte Extremflugmanöver geraten (siehe Flugfiguren und Aerodynamik).
Landen
Beim Landen unterscheidet man meistens zwischen Landevolten und der Abachter-Technik.
Richtig zu Landen will gelernt sein, man braucht viel Übung, um punktgenau zu landen.
Schon nach wenigen Wochen Flugpause lassen sich kleinere Landeungenauigkeiten feststellen.
Wann, in welcher Höhe und wo der Pilot den Landeanflug zu beginnen hat,
muss dieser im Gefühl haben. Anfangs navigiert noch der Fluglehrer über Funk,
dann ergreift der Schüler die initiative. Deswegen gehe ich auf diese Sachen nicht genauer ein.
Natürlich muss beim Landen immer, wie beim Start, auf die für das Gebiet speziellen Verornungen geachtet werden.
- Landevolte
Bei der Landevolte wird eine große U-Form geflogen.
Der Pilot kreist zunächst über der Stelle, an der er die Landevolte beginnen will,
um die richtige Höhe zu erreichen.
Dann fliegt er zuerst mit dem Wind, dann senkrecht zur Windrichtung und landet schließlich gegen den Wind.
Das hat den Grund, dass der Pilot gegen den Wind eine sehr sanfte Landung hat, während er sich,
wenn er mit dem Wind landet, auf eine schnelle vielleicht auch harte Landung gefasst machen muss.
Die Landevolte ist die Standard-Landeart für Gebiete ohne spezielle Landebestimmungen.
Man sollte sie besonders durchführen, wenn viele Piloten gleichzeitig landen, weil dadurch ein
System herrscht, an dem sich alle orienteren können.
- Abachtern
Abzuachtern ist besonders bei starkem Wind zu empfehlen, wenn starker Wind herrscht,
da so der Landepunkt leichter getroffen werden kann als bei der Landevolte.
An manchen Landeplätzen wie in Andelsbuch wird das Abachtern sogar vorgeschrieben.
-Aufgrund des Geländes.